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Unser Besuch am Penis Fest in Kawasaki

Sonntag, 5.Mai 2015

Heute sind wir wahnsinnig müde, und so schlafen wir ein wenig länger als sonst. Als wir aus dem Fenster sehen, sind wir gleich mal genervt, es regnet in Strömen – nicht schon wieder. Trotz des schlechten Wetters machen wir uns auf den Weg, denn heute wollen wir ins nahe gelegene Kawasaki fahren. Innerhalb von 20 Minuten Fahrt sind wir dort und die Station haut uns erstmal um, denn es ist wahnsinnig viel los und furchtbar unübersichtlich. Ohne Witz, da ist unser Westbahnhof in Wien ein Pups im Vergleich! An einer Tafel sehen wir haufenweise Touristen stehen, und wir gesellen uns hinzu. Ich frage einen jungen Mann, ob er auch zum Kanamara Matsuri will – er und auch alle anderen Touristen um uns herum nicken. Ahh, okay, dann sind wir wohl nicht die einzigen 😛 Leider weiß aber niemand so wirklich, wo das fragwürdige Fest nun genau stattfindet, und so lassen wir uns von Google Maps lotsen. Diese umfassende Vorbereitung im Vorfeld… “Kawasaki Station glaub i, mehr was i ah ned” XD

Wir laufen im strömenden Regen weiter bis zu einem anderen Bahnhof, immer den Touristenmassen hinterher – bis wir schließlich in den Zug steigen können. Nach 2-3 Stopps erreichen wir die Kawasaki-Daishi Station. Es ist wirklich nicht schwer, den Mittelpunkt des Geschehens ausfindig zu machen, denn überall am Straßenrand stehen fleißige, uniformierte Japanerlein, die mit Trillerpfeifen und Lichtschwertern die Besucher einweisen und den Verkehr umleiten. Wir laufen einfach mit den Massen und stellen uns irgendwann hinter eine Absperrung – direkt vor uns scheint das ganze später abzulaufen, denn die Straße ist bereits gesperrt. Mit unserem Regenschirm in der Hand und zig weiteren fremden Regenschirmen im Auge sowie in den Haaren stehen wir da und warten. Und warten. Und warten. Und es passiert einfach nichts – wir hören lediglich alle paar Minuten das schrille Geräusch der Trillerpfeifen. Irgendwann scheint sich aber doch etwas zu rühren, und wir sehen, wie der Umzug beginnt. Und zwar in die entgegengesetzte Richtung!!! Das darf doch nicht wahr sein, wir sind jetzt bestimmt eine Stunde lang hier im Regen gestanden und durften auch gar nicht nach links oder rechts, und dann geht die Parade in die andere Richtung, und wir können nur mit viel Zoom den überdimensionalen rosa Penis fotografieren. Ach Mensch. Sobald alle Mikoshi am Horizont verschwunden sind, machen wir uns auf den Weg zu den Food Stalls.

20150405_043514edit-compressor 20150405_045632edit-compressor 20150405_043729edit-compressor 20150405_050201edit-compressor 20150405_050507edit-compressorWir wollen unbedingt Penis Lollies kaufen, daher stellen wir uns an. Und das dauert wirklich lange. Zwei deutsche Frauen drängen sich ganz ungeniert und ziemlich dreist nach vorne und lachen über die “Idioten” die sich im Regen ganz hinten anstellen – die lieben Nachbarn, hach. Sogar Malies Laune ist mittlerweile am Boden, und das sieht man wirklich selten! Eigentlich wollen wir nach dem Lolly Kauf schon wieder zurück fahren, aber dann sehen wir den Dickhead und müssen sofort ein Bild mit ihm machen XD Wir entdecken noch weitere Stände, an denen es wohl irgendetwas zu kaufen gibt, und wir stellen uns an. Man kann sich nicht vorstellen, wie viele Menschen da auf einem Haufen gestanden sind, so etwas habe ich noch nie zuvor gesehen. Links und Rechts befinden sich die Stände und die Leute stehen einfach mittig da und warten und quetschen und drängeln. Alle paar Sekunden spüren wir einen fremden Ellenbogen in unseren Rippen, und es wird von allen Seiten kräftig angeschoben. Irgendwann spricht uns der Typ neben uns an. “Do you guys know what they sell over there?” Er vermutet, genau wie wir, dass es dort Kerzen gibt, und so stehen wir halt gemeinsam an. Als wir erzählen, dass wir aus Österreich kommen, reißen er und seine Begleiter erstmal die stumpfesten Hitler Witze ever – aber immerhin kennen die Amis unser Heimatland, ist doch schon mal was ._.

20150405_051440edit-compressor 20150405_054326edit-compressor 20150405_060131edit-compressor20150405_061809edit-compressorDer ältere Herr, den ihr weiter oben auf einem Bild sehen könnt rückt uns übrigens gar nicht mehr von der Pelle. Er fotografiert uns ununterbrochen, und unzählige andere Besucher tun es ihm gleich. Wir scheinen wirklich eine Attraktion zu sein, dabei sind wir längst nicht die einzigen Gaijin, die hier so rumrennen. Eigentlich sehen wir an diesem Tag nur sehr wenige Japaner, wenn ich so darüber nachdenke. Irgendwann zerrt uns der Herr zu dem (wie ihr ebenfalls weiter oben sehen könnt) überdimensionalen Holz Pimmel. Weil’s im Moment einfach lustig ist, setzen wir uns drauf und werden von allen Seiten fotografiert. Mann, dabei waren wir nicht mal betrunken xD

20150405_063339edit-compressorIrgendwann sind wir einfach zu erschöpft vom Gedränge, der Nieselregen macht die Stimmung nicht besser, und wir beschließen, zurück nach Tokyo zu fahren. Da wir gestern schon eine Speise zu unserem Leibgericht auserkoren haben, finden wir keinen Grund, der gegen einen erneuten Besuch im Ramen Restaurant sprechen würde. Also ab nach Minato-ku und rein in die gute Stube! Der Inhaber lacht als er uns sieht und bittet uns herein. Nach einer riesigen Portion für stolze 900 Yen machen wir uns dann auf den Weg zurück ins Hotel, wir haben heute schließlich noch was vor!

20150405_110559edit-compressorDummerweise nicken wir aber ein und geraten nach dem Aufwachen ordentlich in Zeitdruck. Ich informiere Micha (ihr solltet ihn vom letzten Jahr noch kennen – wenn nicht, klickt HIER) zwar darüber, dass wir uns verspäten werden, jedoch rechne ich nicht damit, dass wir wirklich so viel zu spät kommen. Wir hetzen zur Station und als wir endlich in der richtigen Bahn sitzen, teilt uns Micha mit, dass er bereits am vereinbarten Treffpunkt in Asakusa wartet. Upsi… Als ich ihm mitteile, wo wir gerade sind, reagiert er auch nicht allzu happy, verständlich. Als wir in Asakusa aussteigen muss ich mich erstmal orientieren, denn normalerweise steige ich an der Tawaramachi Station aus und laufe dann in Richtung Senso-ji. Eieiei, das hält uns nochmal auf, aber nachdem wir eh schon 35 Minuten zu spät sind… XD Malie meint, sie hätte Micha schon gesehen und wir gehen los. Ohne Brille seh ich nix also vertraue ich ihr. Ich hätte nie geglaubt, dass ich auch diesmal wieder so aufgeregt sein könnte. Aber doch. Vor allem, weil ich diesmal nicht wieder Hochdeutsch sprechen will, Malie auch nicht, und wir haben Bedenken, ob Micha uns versteht. Er meint zwar, dass das kein Problem sein sollte, aber wenn neben uns jemand so schönes Deutsch spricht, dann fühlen wir uns wie die ärgsten Bauern ^^ Zuerst schlendern wir nur etwas herum, irgendwann machen wir uns dann aber auf die Suche nach einem netten Ort zum Abendessen.

Immer noch irgendwie faszinierend, wie sich zwei (bzw. drei ^^) nun nicht mehr ganz so Fremde mit dem selben Traum am anderen Ende der Welt verabreden, um gemeinsam zu Abend zu essen. Micha hat sich hier in Tokyo wirklich etwas aufgebaut, da sind wir schon fast ein wenig neidisch auf ihn ^^ An dieser Stelle nochmal ein riesiges Danke an dich, denn du hast mir wirklich Mut gemacht, dass ich das irgendwann vielleicht auch schaffen kann! :) Der Abend dauert dieses Mal nicht allzu lange, durch das viele Gequatsche vergeht die Zeit wie im Flug und wir verabreden uns gleich noch für Dienstag, da haben wir dann mehr Zeit. Mit einer Flasche Umeshu aus dem Konbini machen Malie und ich es uns im Hotel gemütlich, bevor wir schlafen gehen. Nur noch 3,5 Tage, verdammt…

2 Comments

  1. Pingback: Meine Japan Bucket List - TOKYOANDBEYOND

  2. 😀 die Fotos sind lustig will auch mal nach Japan

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